Das Unwetter „ELSA“ tobte durch den Landkreis Lüneburg und hinterlies Schäden an Infrastruktur. Menschen wurden verschüttet oder waren vermisst, aber die zusammengebrochene Kommunikation erschwerte das Auffinden der Personen. Gleichzeitig kam es zu Wald- und Industriebränden im größeren Umfang. Was klingt wie ein Film von Spielberg war das Szenario, welches sich die Kräfte des Technischen Hilfswerkes aus den Ortsverbänden Elmshorn, HH-Bergedorf, HH-Eimsbüttel, HH-Wandsbek, Krefeld, Soest und Paderborn über Pfingsten gestellt haben.

Titelbild IngoEx 2026

Aus einer Freundschaft der Kräfte dieser Ortsverbände entstand das Übungsformat „IngoEx“, welches dieses Jahr in die vierte Runde ging. Nach dem Aufbau des Feldlagers am Freitag stiegen die Kräfte am Samstag Morgen in das Szenario ein. So konnten die Bergungsgruppen ihr Fachwissen beim Orten und Retten von Menschen aus teileingestürzten Gebäuden unter Beweis stellen. Die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung zeigte, wie flexibel sie einsetzbar sind, indem sie neben der Personenrettung auch die Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen unterstützen. Die Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen mussten der Feuerwehr Löschwasser zur Bekämpfung eines Waldbrandes bereit stellen, da die nächste Quelle durch die Feuerwehr nicht angefahren werden konnte. Unterstützt wurde die Übung hierbei vom GFFF-V Modul IV des Katastrophenschutzes Niedersachsen, einem sogennanten Waldbrandmodul der Feuerwehr gestellt durch Kameraden der FF aus den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Danneberg, sowie der Freiwiligen Feuerwehr Deutsch-Evern.

Nach einer Übungspause über Nacht wurde am Sonntag morgen das Szenario ausgeweitet. Wo die Kräfte am Vortag auf dem Truppenübungsplatz in Wendisch-Evern geübt haben mussten die Kräfte nun Lagen im Bereich von Lüneburg abarbeiten. So kam es zu einem Industriebrand im Hafen, bei welchem die Fachgruppen Wasserschaden / Pumpen unter Beweis stellen mussten, dass sie auch im urbanen Gelände die Bereitstellung von Löschwasser meistern. Die Bergungsgruppen und Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung widmeten sich unterschiedlichen Szenarien im Bereich der Eisenbahn. Personen musste hierbei aus Zügen, unter Wagons oder von Lokomotiven gerettet werden.

Begleitet wurde die Übung durch die Fachgruppe Logistik-Verpflegung, welche für das leibliche Wohl der Helfer sorgte. Gemeinsam konnten alle Kräfte am Sonntag abend dann beim Grillen die Erlebnisse dieser Übung Revue passieren lassen und sich austauschen. Nach einer gemütlichen Runde mussten die Kräfte am Montag morgen das Camp wieder abbauen und ihre Heimreise in die Ortsverbände antreten.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei der Gemeinde Ilmenau (Deutsch-Evern), dem Sportverein SV Ilmenau, der Bundeswehr, dem THW-OV Lüneburg und dem historischen Eisenbahnverein Heide-Express bedanken, welche uns durch das Stellen von Geländen unterstützt haben.